Impulse aus der Bibel | Seligpreisungen | Pfarrgemeinde Herz Mariae

„Gott ist uns Zuflucht und Stärke” (Ps 46)

Die Seligpreisungen der Bergpredigt

Denn, wer Gott zum Hirten hat, dem wird es an nichts mangeln. So beschreibt es auch der Psalm 23 des Alten Testamentes. "Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe" heißt es bei Johannes im Neuen Testament. Um die Tipps, die Jesus gibt, um Anteil daran zu haben und was daraus erwächst, geht es im Evangelium an Allerheiligen: Die Seligpreisungen sind die besonderen Heilszusagen Jesu. 

Die Seligpreisungen | Matthäus 5

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.  

Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.  

Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.

Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.

Das Evangelium an Allerheiligen verkündet die Seligpreisungen aus dem Munde Jesu. Analog zum Psalm 23 übermittelt er darin, wie es gehen und wie man fühlen kann, dass es einem an nichts mangelt und mangeln wird. Die Seligpreisungen bilden gleichsam eine praktische Handlungsanweisung. Sie sollen befähigen, zu gehen, den Weg Jesu zu gehen; so wie es die Heiligen in idealer Weise vorgemacht haben.

In der Bergpredigt - Jesus war dazu auf einen Berg gestiegen -, erzählt er seinen ihm gefolgten Jüngern, wie der Wille Gottes zu verstehen sei. Was genau ein (schönes) erfülltes Leben ausmache, und dass ein solches im Himmel belohnt werde. Er verkündet ihnen das Heil – Heilszusagen. Diese machen glücklich, selig - Seligpreisungen.

Auch Moses, war im Alten Testament auf einen Berg gestiegen, um von Gott die 10 Gebote in Empfang zu nehmen. Genau deshalb ist er im Bild „Die Vorläufer Christi mit Heiligen und Märtyrern“ von Fra Angelico natürlich auch als Vorläufer Jesu dargestellt; denn Jesus signalisiert, dass seine Worte auf seinen, selbstverständlich Gottes Worten, aufbauen. Er führt sie aus und weiter. Die 10 Gebote sind klare Wegweiser für unser Leben mit Gott - und miteinander. In den Seligpreisungen hingegen beschreibt Jesus unser Leben, wie es sich vor Gott entfaltet.

Jesus nennt erlebten Mangel keinen wirklichen Mangel, sondern als das genaue Gegenteil, den wahren Reichtum, eine Chance. Er bestätigt dies auch an anderen Stellen in der Heiligen Schrift, wie etwa in Mk 10,25: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ Ein Aufruf, Armut gerade nicht als Mangel zusehen, sondern im Gegenteil, den Gewinn darin zu suchen.

Die Seligpreisungen trösten also nicht nur, sondern rufen in die Nachfolge Jesu: Verzichten, auch verlieren, um zu gewinnen. Dies macht Jesus ganz locker, die Seligpreisungen sind grammatikalisch in der dritten Person formuliert, nicht in der zweiten. Er spricht nicht direkt an mit erhobenem Zeigefinger sondern macht klar: Gnade kann man immer wieder spüren, man kann weiterkommen auf dem persönlichen Weg, immer (wieder) einsteigen oder gegebenenfalls umkehren und Richtungswechsel vornehmen – zwischendurch und immer wieder neu. Man kann sich immer wieder darüber klar werden, was möglich ist und, vor allem, was wichtig ist für einen selbst, um den Weg mit Gott und zu Gott über Jesus zu finden.

So findet man Wahres: Zufriedenheit, Glück, Hoffnung über Vertrauen, Mut, Trost, Geborgenheit, Rat, Versöhnung, Suchen, Finden, Integration, Verbindungen (über Generationen), auch die Lösung von Machtspielen; denn reines Machtstreben zählt nicht, aber Macht üben gegen Ungerechtigkeit: – Dies konnten Heilige!

 – Dies alles ist nicht selbstverständlich, sondern sehr kostbar.

In der eigenen Familie kann man das erfahren. Hier kann man es immer wieder üben und prüfen und dankbar wahrnehmen. Eine „Spur von Heiligkeit“ lässt sich so in der Familie finden im angewandten Wort Gottes - im Sinne der Seligpreisungen.

Auch hier gibt Jesus einen Hirtenauftrag, den es weiterzutragen gilt.

Wenn es im Himmel viele Wohnungen gibt, so gibt es auch viele Wege, dorthin zu gelangen.

Teresa von Avila 

(spanische Theologin und Mystikerin, Ordens- und Kirchenreformerin, 1515–1582)

Christine Striegel

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