Impulse | Ökumene

Facing the World | Wir sind Herz Mariae

Facing the World

Judentum, Christentum und Islam haben gemeinsame Wurzeln; alle drei Religionen haben den einen personalen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat; alle drei schöpfen aus den biblischen Erzählungen. Der islamische Glaube schließt an die jüdische und christliche Tradition an. Ein Text, der im Schmelztiegel der Religionen, Israel, oft auf Plakaten und an Hauswänden zu finden ist: "  Sagt: Wir glauben an Allah und an das, was er uns und was er Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen offenbarte und an das, was Mose, Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir kennen unter diesen keinen Unterschied.  " (Sure 2,136) Der Koran beschreibt konkret, dass die “Schrift” der Juden und Christen - insbesondere Thora und Evangelium - eine Offenbarung von demselben Gott sei, der auch der "Allah" des Korans ist.

Say, we have believed in Allah Hauswand in Nazareth | ©. Striegel 2015

Seit dem 19. und 20. Jahrhundert findet Migration von Muslimen nach Europa statt. Dies bedeutet, und zurzeit besonders, im Umgang mit Flüchtlingen, eine Herausforderung. Der Islam und die Muslime gehören zu Europa. In Deutschland hat die verstärkte Präsenz von (zumeist türkischen) Muslimen eine 50-jährige Geschichte. Immer wieder wird diskutiert, ob und wie aus dem Nebeneinander von Muslimen und Christen ein Miteinander werden kann. Entscheidet man sich gegen das „Ob“, gehört es dazu, sich kennenzulernen, miteinander "zu tun zu haben“, gar Freunde zu werden. Vielleicht sogar Feste miteinander feiern zu wollen, beschreibt beispielhaft, was dazugehört, um sich gegenseitig zu respektieren: Man muss die Gastfreundschaft des anderen annehmen und dabei dessen Gebräuche achten. Demütigungen jeder Art müssen ausgeschlossen sein. Denn nichts anderes als Demütigungen bilden den geschichtlichen Hintergrund für die Erstarkung des radikalen Islam: die Kolonialzeit und was daraus erwuchs.

Kontakte können an vielen Orten entstehen, in Kindergärten, Schulen, im Arbeitsleben, beim Sport, überhaupt in der Freizeit, bei Behördengängen, in Krankenhäusern. Für gelingende Begegnung gehört Offenheit für die Kultur und die Religion des jeweils anderen und die Neugierde, Leben und Gebräuche des anderen kennenzulernen. Gemeinsames Handeln für Menschen in Not sollte selbstverständlich sein, hier bei uns oder in anderen Ländern. Dazu gehört aber auch, die eigenen Werte und Grundlagen dem anderen zu vermitteln und weiterzugeben. In Konfliktsituationen nicht anzuklagen und an den Pranger zu stellen, sondern inhaltlich, mittels Darstellung eigener Glaubensinhalte überzeugen zu suchen – wie Franz von Assisi beim Besuch des Sultans al-Malik al-Kamil im Jahr 1219. So hilft man anderen und damit auch sich selbst. Um eine eigene starke Identität zu wissen und daraus zu handeln, schützt im übrigen vor dem Gefühl, sich selbst gedemütigt, „überrannt“ zu fühlen. Nur so können Grenzen überwunden und ein gewaltfreies Miteinander herbeigeführt werden. Das ist christlich! Und für die meisten Christen selbstverständlich.

Assisi: Geschenk des Sultans Al-Mailik El-Kamiln für Franz von Assisi anlässlich seines Besuches im Jahr 1220 | ©. Striegel 2018

Auch unsere muslimischen Freunde handeln bereits so in verschiedener Art und Weise. Die katholische Kirche in Kassel nimmt das Angebot des Aufeinanderzugehens und Vermittelns im Rahmen der Vortragsreihe „Wege zur Integration“ an.  Wir als Pfarrgemeinde Herz Mariae laden verschiedentlich zu interreligiösen Veranstaltungen ein. So wird sich das nächste Ökumenische Seminar im Januar 2019 mit dem Islam selbst, aber auch mit der politisch gesellschaftlichen (christlichen) Rezeption des „Fremden“ beschäftigen. Denn für manche Christen aus dem christlich-konservativen Milieu ist handelnde „Feindesliebe“ nach Jesu Vorbild eben nicht selbstverständlich.

Die Grenze zu rechtem Gedankengut, das dem christlichen Menschenbild widerspricht, klar aufzuzeigen, ist wichtig. Informations- und Dialogveranstaltungen können nicht nur präventiv wirken, sondern auch viele positive Erfahrungen bedeuten, die das Leben bereichern. Sie helfen, gemeinsam eine bessere Zukunft zu finden - konstruktiv. Achten statt verachten! „Judentum, Christentum und Islam haben gemeinsame Wurzeln“… 

Christine Striegel

Katholische Kirchengemeinde

Herz Mariae | Kassel



Ahnatalstraße 29
34128 Kassel


 





Telefon: 0561 | 61524

Telefax: 0561 | 6026895 


 

Pfarrbüro - Öffnungszeiten


Montag, Mittwoch, Freitag:
9:00 - 12:00 Uhr
Dienstag, Donnerstag:
15:00 - 18:00 Uhr

 


© Herz Mariae | Kassel

 

Katholische Kirchengemeinde Herz Mariae 

Ahnatalstraße 29  

34128 Kassel




Telefon: 0561 | 61524
Telefax: 0561 | 6026895 



© Herz Mariae | Kassel