Impulse | Pfarrgemeinde Herz Mariae

Grün

Nicht nur in einem der berühmten „Hommage to the Square-Gemälden“ des Künstlers Josef Albers (1888 bis 1976) spielt die Farbe Grün eine wichtige Rolle. Von einfachen und genauen Umrissen begrenzt, verstärkt Josef Albers durch abgestimmte, leuchtende Grün-Töne, die raum­lose Tiefe seines rein geometrischen Bildes, das aus vier Vierecken auf­gebaut ist. Es gibt eine Mitte, die nicht mehr ganz so grün - eher bläulich - ist, in einigen anderen dieser Bilder ist sie gelb, rot oder leuchtend blau. - Eine Mitte ist immer ein Fokus, ein Brennpunkt, ein Ziel.

Josef Albers | Hommage an das Quadrat, 1962
 

Auch Gottesdienste können sinnlich erfahrbar sein. Dabei spielen Farben eine wichtige Rolle, z.B. das Strahlen leuchtender, bunter Kirchenfenster bzw. ihr Licht- und Schattenspiel, das sich an den Wänden abzeichnet.

In der Liturgie gibt es einen Farbkanon für die einzelnen Zeiten im Jahr, der den Ablauf des Kirchenjahres deutlich macht, den „Kalender“ der Kirche, der die Fest- und Gedenktage abbildet. Grün steht für die allgemeine Zeit im liturgischen Jahr. Sie hat nun wieder nach der Feier des Hochfestes der „Taufe des Herrn“ begonnen. Diese wird in jedem Jahr am Sonntag nach „Dreikönig“ begangen.

Albers wurde als Katholik geboren und erzogen. Ihm war der regelmäßige Besuch der Sonntagsmesse wichtig. Die Rolle des christlichen Glaubens, die starke Verbindung zur Liturgie, auch die Dreifaltigkeit in seiner Kunst, lassen sich finden.

Von ihm verfasste Aphorismen unterstreichen dies; so etwa:

Material zu verteilen bedeutet, es zu teilen. 

Das Verteilen geistiger Besitztümer bedeutet, sie zu vervielfachen.

Leicht zu wissen, dass Diamanten wertvoll sind.

Gut zu wissen, dass Rubine Tiefe haben.

Aber mehr zu sehen, dass Kieselsteine ​​ein Wunder sind.

Josef Albers | Die Wechselbeziehung der Farbe
 

Abstrakte Kunst bedeutet die Ablehnung, sich an der Wirklichkeit auszurichten, den Verzicht, etwas „Konkretes“ „darzustellen", die völlige „Erfindung" von etwas, das keinen Gegenstand und keine Be­deutung mehr außer sich selbst hat; dies kann in sehr verschiedene Richtungen führen.

Albers soll, so beschreibt es Nicholas Fox Weber im Ausstellungskatalog „The Sacred Modernist“, in einem mystischen Bereich gelebt haben. Er wollte die Geheimnisse und Wunder des Lebens, die Heiligkeit, die er im irdischen Leben fand, „spirituell“ in seiner Kunst umsetzen.

Die „Hommage to the Square-Gemälde“ wirken, als ob sich Albers immer wieder eine andere Brille aufsetzte, um das Eine zu sehen, das Unabwendbare - das Schöne. Eine zutiefst religiöse Sensibilität kann man finden, die man Sehnsucht nennt.

Albers suchte nachweislich seine Basis in der christlichen Tradition. Zwei seiner bevorzugten Maler sollen Giotto und Dürer gewesen sein. So beginnt Josef Albers` Werk mit frühen Zeichnungen von Landkirchen und großen Kathedralen, die von Lithographien von Kirchenschiffen bis zu Architekturdarstellungen von Kirchentürmen reichen. Es gibt eine frühe Zeichnung eines christlichen Friedhofs; im Alter von zwölf Jahren bemalte und beschriftete er Grabsteine. Ein Buntglasfenster (Rosa Mystica), das er für die Kirche St.-Michael in seiner Heimatstadt Bottrop angefertigt hat - das Original wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört – wurde rekonstruiert. Aus Glas fertigte Josef Albers auch diverse andere geblasene Assemblagen, einige mit spezifischer religiöser Bildsprache (vor allem kreuzförmig).

Er abstrahierte Kreuzdarstellungen und gottgläubige Themen. Sein Interesse galt auch der Fotografie; er machte Fotos von Engeln aus gefaltetem Papier, auch von Kirchenfassaden und diversen religiösen Darstellungen.

In der Tradition des Bauhaus-Künstlers entwarf er auch einfallsreiche Weihnachtskarten.

Albers` besondere Liebe soll Irland gegolten haben. Kein anderes Land steht in dieser Form für Grün.

Grün steht für Hoffnung und Wachsen im Glauben - in allen Schattierungen. Es geht weiter.

Christine Striegel

„Das Bauhaus war eine Idee“

Das Bauhaus feiert im Jahr 2019 100jähriges Jubiläum.

Das Staatliche Bauhaus, 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet, stellte eine neuartige Zusammenführung von Kunst und Handwerk dar.

So ist Bauhaus, fälschlicherweise oft als ein Stil bezeichnet, dieser gerade nicht. Bauhaus bedeutete eine soziale Werkgemeinschaft ohne einen einheitlichen Stil – Es ging darum, stets, das Individuelle, Wahre zu suchen, um es dann, wie Albers in seinem Aphorismus schreibt, zu "teilen", zu multiplizieren.

Josef Albers hatte selbst an der Bauhaus-Schule Weimar einen Kurs belegt, bevor er von Gropius selbst in dessen Nachfolge zum Jungmeister berufen wurde. Er entwickelte eine richtungsweisende Kunstpädagogik.

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