Impulse | Pfarrgemeinde Herz Mariae

„Atemholen bei Gott“

Jesus Christus – Zeichen unserer Versöhnung

Bußandacht | Die Lichter werden entzündet...

Beichtnachmittag für Kinder und Jugendliche am 9.12.2017 in Herz Mariae

"Atemholen bei Gott" ist besonders wichtig für die Adventszeit; für viele Kinder und Jugendliche ist die vorweihnachtliche Zeit kräftezehrend und beanspruchend. So gab es eine Gelegenheit zum Innehalten in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, das Fest von Gottes Liebe und Barmherzigkeit, von Frieden und Freude, das unsere Herzen erfüllt. Ein Beichtgespräch zu führen, bietet eine große Hilfe.


Denn: Beichten bedeutet auch, sich erinnern zu dürfen. Beichtkultur ist so auch eine „Gedächtniskultur“, die auf Übung beruht. Das Leben wird nämlich nach Søren A. Kierkegaard (dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller, 1813-1855) nicht nur nach vorwärts gelebt, was wir alle selbstverständlich ununterbrochen tun, sondern auch und besonders nach rückwärts verstanden. So bilden wir, und vor allem Kinder, das, was man unsere Identität nennt. – Nicht zuletzt dadurch entdeckt man, um an die Festpredigt zur Firmung von Ehrendomkapitular Prof. Dr. Christoph Müller am 25. November zu erinnern, das Besondere, das Persönliche in sich und das Wichtige für sich. Alles im Wissen, dass immer jemand für einen da ist, nämlich Gott, mit dem man „reden“ kann. Dies ist befreiend und „seligmachend“.


Beichten schafft somit auch „Zukunftskompetenz". Denn in sich zu kehren, darüber nachzudenken, was gut war und eben auch schlecht, bringt weiter. „Woran leide ich zurzeit? Wofür bitte ich um Vergebung? Wofür bin ich dankbar? Und: Was möchte ich in Zukunft anders machen?“ In der Antwort auf diese Fragen kommt die Reue über Geschehenes und der Vorsatz, in Zukunft anders zu handeln, zum Ausdruck, um mutig nach vorne schauen zu können und froh zu werden (im und am Leben als Christ). Vergebung von Gott her kann erleichternde und ERLÖSENDE Grundlage sein.


Kinder wachsen im Sakrament der Versöhnung auch tiefer hinein in das Christsein. Gott erneuert in ihnen das, was in der Taufe begonnen hat.


Das sogenannte „Buß-Sakrament", das Sakrament des Friedens, ist also, anders als z.B. die Taufe – nichts Einmaliges, sondern ein auf Wiederkehr bedachtes Geschenk.  Immer wieder dürfen Christen um dieses Sakrament bitten. Daran können Kinder sich „gewöhnen“. Dazu begann der Samstagnachmittag mit einem kleinen Bußgottesdienst. Die Kinder bzw. Jugendlichen hielten jeweils ein Kerzenlicht in ihren Händen. Pfarrer Markus Steinert stellte gemeinsam mit ihnen fest: „Durch mich wird es heller und wärmer in der Welt.“ Aber auch: „Ich bin dafür verantwortlich, dass es manchmal dunkler und kälter wird.“ Nach einem kurzen Nachdenken wurden die Kerzen ausgeblasen. Die Andacht wurde mit dem „Vaterunser“ beendet, dem großen Bittgebet, so Steinert, um Vergebung und auch die Befähigung zum Vergeben.


Danach bestand die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung von Angesicht zu Angesicht mit den Pfarrern Markus Steinert und Paul Schupp zu empfangen. Dies geschah bei meditativer Musik und Kerzenlicht.


Rico, Oskar und das Herzgebreche | Filmszene

Die frohmachende Versöhnung mit Gott wurde im Anschluss, bis in den Abend, ausgiebig gefeiert, mit Punsch und Pizza. Nach allgemeiner Abstimmng, sahen die Kinder im Gemeindehaus den Film "Rico, Oskar, und das Herzgebreche". Der Film basiert auf dem Roman von Andreas Steinhöfel aus dem Jahr 2009. Es ist der zweite Band der Buchreihe um den „tiefbegabten“ Rico und seinen hochbegabten Freund Oskar. Die Handlung spielt wieder, wie im ersten Buch bzw. Film, im Mehrfamilienhaus in der Dieffenbachstraße in Berlin-Kreuzberg. Erneut steht der tiefbegabte Rico mit seinem Freund, dem ebenso schlauen wie ängstlichen Oskar, im Mittelpunkt der Handlung… Wunderschöne, farbintensive Szenenbilder und in die Handlung eingestreute Trickfilm-Szenen geben dem Film einen großen ästhetischen Wert. Die Musik spielt eine hohe emotionale Rolle. Das Musikvideo „Inkognito“ der Band „Madsen“ zu „Rico, Oskar und das Herzgebreche“, ist nun neuer Gruppensong, zumindest der Zweitkommunionkinder Herz Mariae:

… Denn wir haben uns. Zusammen sind wir stark. Freunde für ein Leben. Immer füreinander da!...


Der Buch- und Geschenktipp meines Sohnes Julius zu Weihnachten lautete: Gerade erschienen ist das jüngste Buch von Andreas Steinhöfel aus der Reihe des Carlsen-Verlags, das ab 10 Jahren empfohlen wird:  „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“.


Weihnachten steht vor der Tür. Rico und Oskar erledigen letzte Einkäufe. Rico will ein Geschenk für sein Geschwisterchen kaufen, das bald zur Welt kommt. Im Miethaus herrscht einiges Durcheinander, und Oskar verhält sich plötzlich ziemlich merkwürdig. Und dann fegt auch noch ein Schneesturm über Berlin, und niemand kann das Haus verlassen. Natürlich ist das noch nicht das Ende der Überraschungen!


Von Andreas Steinhöfel und Peter Schössow (Illustration), Carlsen Verlag, 267 Seiten, 14,99 Euro



Christine Striegel