Pilgerreise nach Israel - Pfarrgemeinde Herz Mariae

Israel 2018 – Achttägige Pilgerreise durch das Heilige Land

Eine Pilgerreise „Auf und in den Spuren Jesu“ –

Unter diesem Thema besuchen wir im Herbst 2018 heilige Stätten in Israel und Palästina, um wieder den Wurzeln unseres Glaubens auf den Grund zu gehen.

Auf dieser Reise wollen wir untersuchen, auf welche Art und Weise die Spuren Jesu künstlerisch und architektonisch dargestellt wurden bzw. werden. Was gab den Ausschlag, diese oder jene Spur (so und nicht anders) sichtbar zu machen? Nicht zuletzt hierdurch hat sich das Christentum maßgeblich kollektiv entwickelt.

Mittels Gebet und Meditation, auch im Hören und Erläutern biblischer Texte im Angesicht dieser Spuren, wollen wir herausfinden, wie das Christentum uns ganz persönlich selber geprägt hat und weiterhin prägen kann.

Erste Erfahrungen werden wir bei Kapernaum auf dem Berg der Seligpreisungen sammeln, einem Ort von unglaublicher Schönheit. Insbesondere die Fenster der Kirche im Stil der italienischen Neo-Renaissance „rahmen“ den Ort, an dem Jesus die Seligpreisungen predigte und seine 12 Jünger auswählte, und machen ihn spürbar.

Die  Verkündigungsbasilika in Nazareth, bereits das fünfte Gotteshaus über der Verkündigungsgrotte, wurde erst 1969 geweiht. Sie ist der größte christliche Sakralraum im Nahen Osten und weist eine internationale Reihe von Madonnen in Bild und Skulptur auf. Was bewog so viele Nationen, zu einer solchen Vielzahl von Mariendarstellungen aus aller Welt beizutragen?

Die Geburtskirche in Bethlehem und die Grabeskirche in Jerusalem gehören zu den ältesten Kirchen der Welt, beide errichtet unter Kaiser Konstantin dem Großen. Bis zum Mittelalter galten die Bauherren gleichzeitig als „Schöpfer“ ihrer Bauten. Kaiser Konstantin förderte und formte christliche Bauvorhaben massiv, was (bis heute) nicht ohne Wirkung blieb.

Nach einem Besuch der Klagemauer werden wir den Tempelberg besteigen und die Al-Aqsa-Moschee sowie den Felsendom sehen. Kein leichter Ort! Die Al-Aqsa-Moschee ist eines der bedeutendsten Zeugnisse islamischer Architektur und wurde zwischen 687 und 691 errichtet. Vom Tempelberg soll Mohammed die Himmelfahrt und seine Begegnung mit den früheren Propheten des Judentums und Jesus angetreten haben. Auf dem im Zentrum des Felsendoms stehenden "Gründungsfels" soll nach jüdischer Tradition die Welt gegründet worden sein. Hier habe sich die Bundeslade befunden, und hier habe Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollen. Ein Ort zum Nachdenken, wo die Synthese zwischen den drei abrahamitischen Religionen liegen könnte.

Wir werden die Wüste Juda, konkret den ausgetrockneten Flusslauf des Wadi Qelt, beginnend in Jericho, durchqueren. Ziel ist das Kloster St. Georg, das in einen steilen Berg hineingebaut ist. Es wurde im 5. Jahrhundert gegründet und nach seiner Zerstörung im 11. Jahrhundert wieder aufgebaut. Das Kloster wird heute von griechisch-orthodoxen Mönchen bewohnt. Buchstäblich auch eine Annäherung…

Als „Weiße Stadt“ wird das Quartier von über 4.000 Gebäuden in Tel Aviv bezeichnet, die überwiegend im Internationalen Stil des Bauhauses errichtet wurden. Die Architekten waren zum größten Teil deutschstämmige Juden, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland ausgewandert waren. In den 30er Jahren begannen vor allem diejenigen jüdischen Architekten, die ihre Ausbildung am Bauhaus Dessau erhalten hatten, dem neuen Stadtviertel ihren Stempel aufzudrücken. Veränderte die Zuwanderung das jüdische Leben bzw. den jüdischen Glauben?

Wir wollen herausfinden, an welcher Stelle Jesus mit dem Islam „vermählt“ ist. Der Koran lehnt z.B. das Gebot Jesu der Feindesliebe ab. Wir werden überrascht sein, wie freundlich, herzlich und offen wir im muslimischen Viertel Jerusalems aufgenommen werden. – Und im Israel Museum werden wir feststellen, dass Jesus, der als Figur lange ein Tabu in der israelischen Kunst und Kultur war, von modernen jüdischen Künstlern dargestellt wird.

Indem wir Zeugnisse des Christentums von außen betrachten und vergleichen, wollen wir es von innen verstehen und so das Leben und Wirken Jesu greifbar und erfahrbar machen.

Christine Striegel

Fotos: Christine Striegel