19.09. | Jahreskreis | Pfarrgemeinde Herz Mariae

Heilige Elisabeth von Thüringen

Leben

Geboren 1207 vermutlich in Ungarn, gestorben am 17. November 1231 in Marburg (Hessen).

Fresko in der Pfarrkirche St. Martin, Leutkirch im Allgäu

Elisabeth gilt als die Patronin konkreter Nächstenliebe und ist eine der volkstümlichsten unter den deutschen Heiligen. Sie wird wohl als eine der größten Frauen der Kirchengeschichte verehrt. Von Geburt an mit Macht und Gütern gesegnet, wählte sie doch aus ganzem Herzen ein Leben in Armut.  

Elisabeth war die Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und seiner Frau Gertrud von Andechs. 

Bereits als Kleinkind kam sie als Verlobte des Landgrafen von Thüringen, Ludwig IV., auf die Wartburg. Ab dem Alter von vier Jahren wurde sie am Hof in Eisenach von ihrer späteren Schwiegermutter, der frommen Landgräfin Sophie, erzogen. Als Vierzehnjährige wurde sie mit Ludwig IV. vermählt. Aus der als glücklich gegoltenen Ehe gingen drei Kinder hervor.

Dass sich Elisabeth großzügig um Arme und Kranke sorgte, stieß bei Verwandten und Höflingen für Missfallen. Anstatt sich wie eine Regentin den Sitten auf der Wartburg anzupassen, kümmerte sich die junge Landgräfin um das einfache Volk; so versorgte sie Arme und Kranke im Elendsviertel der Stadt regelmäßig mit Brot. Besonders während des Hungerjahres 1226 verteilte sie Güter und Getreide aus den eigenen Kornkammern an die Armen. 

Die Legende vom "Rosenwunder" erzählt, Ludwig habe sie auf einem Gang zu den Armen angehalten, um ihren Korb zu kontrollieren. Als sie das Tuch von dem Korb hob, seien aus dem Brot im Korb Rosen geworden. Diese Legende ist zwar sehr bekannt, aber wenig glaubwürdig, da Ludwig Elisabeth in ihrer Sorge für die Armen stets unterstützt haben soll. Dennoch zählt dieses "Rosenwunder" zu den bekanntesten Legenden, die sich um die große Heilige ranken.

1227, sechs Jahre nach der Hochzeit, erlag Ludwig auf einem Kreuzzug einer Seuche. Die zwanzigjährige Elisabeth stand vor der Entscheidung, sich entweder, wie der neue Landgraf, Ludwigs Bruder Heinrich Raspe, forderte, den Sitten bei Hofe anzupassen, oder ohne das ihr zustehende Erbteil die Wartburg zu verlassen. 

Elisabeth entschied sich, nach Marburg zu gehen, unterstützt durch eine kleine Abfindung, die ihr Beichtvater Konrad von Marburg und einige Verwandte doch noch bei Heinrich für sie ausgehandelt hatten.

Aus diesem Witwenerbe ließ Elisabeth in Marburg als Zufluchtsstätte für Kranke, Leidende und Hungrige ein Hospital bauen. Sie benannte es nach dem von ihr verehrten Franz von Assisi. Dort wurden vor allem jene Patienten gepflegt, die aufgrund ihrer Krankheit oder ihrer Armut in den anderen Spitälern der Stadt keine Aufnahme gefunden hatten.

Elisabeth gab ein Jahr später ihre eigenen Kinder zur Pflege ab und legte als Franziskaner-Terziarin die Gelübde der Armut und Weltentsagung ab. In tiefer Demut widmete sie sich fortan nur noch den Werken der Nächstenliebe. Sie verrichtete selber die niedrigsten Arbeiten. Daneben unterwarf sie sich strengsten Bußübungen, die ihr Seelenführer und Beichtvater Konrad von Marburg, ein rauer Asket, ihr zeitlebens auferlegte. 

Völlig entkräftet starb sie bereits mit 24 Jahren und wurde zwei Tage später in der Kapelle des Franziskushospitals bestattet. 

Wegen ihrer großen Nähe zu Gott wird sie auch als Mystikerin verehrt.

Heiligsprechung | Reliquien

Nur vier Jahre später, am 27. Mai 1235, erfolgte ihre Heiligsprechung. An diesem Tag wurden ihre Gebeine auch in die eigens erbaute und ihr geweihte Marburger Elisabethkirche übertragen. Der zum Protestantismus konvertierte Landesfürst Philipp von Hessen ließ zwar den Großteil der Reliquien im 16. Jahrhundert an einen unbekannten Ort bringen, das Haupt der Heiligen und zwei Beinknochen befinden sich jedoch bis heute im Kloster der Elisabetherinnen in Wien.

Brauchtum

Noch heute gibt es in Marburg eine Wallfahrt zur heiligen Elisabeth. Hierzu versammeln sich die Gläubigen allerdings in der Pfarrkirche St. Peter und Paul oder in St. Michael und St. Elisabeth im Stadtteil Schröck, da die Grabeskirche heute eine evangelische Gemeinde beheimatet.

Name

"Elisabeth" ist hebräisch und heißt "Gott hat geschworen".

Darstellung

Die heilige Elisabeth wird als junge Frau in fürstlichen Gewändern oder in schlichter Kleidung, Armen die Füße waschend oder Almosen spendend, mit Korb voller Rosen, Weinkrug und Kirchenmodell dargestellt.

Patron

Elisabeth ist Patronin von Thüringen und Hessen, des deutschen Ordens, der Caritas-Vereinigungen, der Bäcker, Spitzenmacherinnen, Witwen und Waisen, der unschuldig Verfolgten, Bettler, Kranken und Not leidenden.

Katholische Kirchengemeinde

Herz Mariae | Kassel



Ahnatalstraße 29
34128 Kassel


 





Telefon: 0561 | 61524

Telefax: 0561 | 6026895 


 

Pfarrbüro - Öffnungszeiten


Montag, Mittwoch, Freitag:
9:00 - 12:00 Uhr
Dienstag, Donnerstag:
15:00 - 18:00 Uhr

 


© Herz Mariae | Kassel

 

Katholische Kirchengemeinde Herz Mariae 

Ahnatalstraße 29  

34128 Kassel




Telefon: 0561 | 61524
Telefax: 0561 | 6026895 



© Herz Mariae | Kassel