11.10. | Jahreskreis | Herz Mariae

Heiliger Franz von Assisi

Leben

Geboren 1182, gestorben am 3. Oktober 1226 in Assisi (Italien)

Giotto di Bondone, Franziskus predigt zu den Vögeln, Legende aus den Fioretti di San Francesco, um 1295 
Giotto di Bondone, Franziskus predigt zu den Vögeln, Legende aus den Fioretti di San Francesco, um 1295

Der Kaufmannssohn Giovanni Bernardone aus Assisi, "Francesco", war in seiner Jugend ein Draufgänger und Lebemann. Als junger Erwachsener zog er in den Krieg seiner Heimatstadt gegen Perugia und kam mit dem Schrecken und dem Leid der Menschen in Berührung. Franz geriet dort in Gefangenschaft. Wieder frei, während einer schweren Krankheit, besann er sich, dass das Leben von nun an aus anderem bestehen müsste als aus Reichtum und weltlichen Genüssen.

Als er 1205 in der kleinen, verfallenen Kapelle San Damiano in der Nähe Assisis betete, vernahm er eine Stimme: "Franziskus, geh und bau mein Haus wieder auf.". Diese Aufforderung nahm er wörtlich und steckte einen Teil des väterlichen Vermögens in den Wiederaufbau dieses Gotteshauses. Vater Bernardone war außer sich vor Zorn und forderte seinen Sohn auf, das Geld zurückzugeben, anderenfalls müsste er auf sein Erbe verzichten. Franziskus gab tatsächlich alles zurück und verzichtete auf sein Erbteil. Er legte alle seine Besitztümer sowie seine Kleider dem Bischof zu Füßen und verließ die Stadt nackt.

Später hörte er in der am Fuße Assisis gelegenen Kirche  San Maria degli Angeli eine Predigt mit den Worten des Lukas-Evangeliums: "Nehmt weder Beutel noch Tasche mit und keine Schuhe". Da reifte in ihm die Idee, ein Bettelmönch zu werden. Er trug nun eine braune Kutten und zog fortan – von den Einwohnern Assisis als "Spinner" abgetan – predigend durch Umbrien. Schon bald gesellten sich einige Gefährten zu ihm. 1210 ging Franz mit zwölf Mitbrüdern nach Rom, wo er von Papst Innozenz III. die Bestätigung für seine Ordensregel bekam.

Die Kirche San Maria degli Angeli wurde bald darauf der Sitz des Franziskanerordens. Die Benediktiner, denen das Gotteshaus vorher gehört hatte, schenkten es Franziskus und seinen Anhängern, zusammen mit einem Stück Land. Franz nannte es fortan "Portiuncula" (kleines Teilchen).

Daraufhin bildete sich auch der weibliche Zweig des Ordens, gegründet von der früheren Weggefährtin Franz von Assisis: Klara.

Franz, der die Geschöpfe der Erde als seine Brüder und Schwestern ansah und zu den Tieren predigte, empfing 1224 auf dem Berg von la Verna die Wundmale Christi. Er selbst wurde mit zunehmendem Alter immer kränker: Ein Augenleiden nahm ihm die Sehkraft, zudem quälten ihn Leber- und Magenschmerzen. Als für ihn die Zeit gekommen war, Abschied zu nehmen, ließ er sich in seine Hütte in der Portiuncula bringen, wo er, auf dem Boden liegend, starb.

Heute steht über seinem Grab die prachtvolle Basilika San Francesco. Die Krypta, in der man den Heiligen aus Furcht vor Reliquienräubern geheim und unterirdisch beigesetzt hatte, wurde erst im 19. Jahrhundert gefunden hatte. Dort befindet sich nun sein Grabmal.

Der derzeitige Papst Franziskus bringt durch seine Namenswahl zum Ausdruck, wie Franz von Assisi, die Nachfolge Jesu vorleben zu wollen, um den Zugang zum christlichen Glauben wiederherzustellen.

Name

"Franziskus" kommt ursprünglich aus dem Althochdeutschen und bedeutet "frei" und "kühn".

Darstellung

Im einfachen Habit mit Kruzifix, Totenkopf, Wundmalen, Seraph, Erdkugel. Oft sind auch Begebenheiten aus seinem Leben dargestellt.

Patron

Franz von Assisi ist der Patron Italiens, der Stadt Assisi, des Bistums Basel, der Franziskaner, der Armen, der Sozialarbeit, des Umweltschutzes, der Kaufleute, Schneider, Tuchhändler, Flachs- und Tapetenhändler, Weber, gegen Kopfweh und die Pest.