23.07. | Jahreskreis | Pfarrgemeinde Herz Mariae

Heilige Birgitta von Schweden

Leben

Geboren um 1303 in Finstad (Schweden), gestorben am 23. Juli 1373 in Rom.

Um 1303 wurde Birgitta in Finstad bei Uppsala (Südschweden) geboren. Ihre Familie gehörte zum schwedischen Hochadel. Schon mit sieben Jahren hatte Birgitta ihre erste Vision des Gekreuzigten. Früh wurde sie mit dem Adeligen Ulf Gudmarsson verheiratet. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Wegen ihrer tiefen Frömmigkeit und Sorge für die Armen wurde sie sehr geachtet. Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie sehr zurückgezogen und empfing in dieser Zeit zahlreiche Offenbarungen als Gottes Antwort auf ihr Gebet. 

Dem Ruf Gottes, sich ihm ganz zur Verfügung zu stellen, folgte sie, indem sie in Vadstena ein Kloster gründete, das 1384 eingeweiht wurde und rasch große Bedeutung erlangte. Die nach ihr benannte Gemeinschaft weihte sie – entsprechend ihren Visionen – dem Allerheiligsten Erlöser. Ihre Ordensregel basiert auf der Augustinerregel, ihr Wahlspruch lautet: „Amor meus crucifixus est“ – „Meine Liebe ist der Gekreuzigte“. 

Ab 1349 lebte Birgitta in Rom, bemühte sich um die Anerkennung ihrer Gemeinschaft und um deren Ausbreitung. Sie setzte sich für Frieden und Einheit ein und versuchte, die Päpste zur Rückkehr von Avignon nach Rom zu bewegen. Bald nach einer Wallfahrt ins Heilige Land 1372/73 starb sie am 23. Juli 1373 in Rom. 

595 verließen die letzten Schwestern Vadstena im Zuge der Reformation. Ihre Nachfolgerinnen kamen nach Zwischenstationen in Europa 1963 von Uden (Holland) zurück. - In Deutschland gibt es zwei Birgittenklöster, im oberbayerischen Altomünster (seit 1485, aufgehoben 1803, wiedererrichtet 1842) und in Bremen (seit 2002).

Name

Der Name "Birgitta" ist keltischen Ursprungs und bedeutet "die Erhabene, die Hohe".  

Darstellung

Die heilige Birgitta von Schweden wird meistens im Pilgergewand, im Nonnenhabit, mit Schreibfeder und Buch dargestellt.

Niccolo di Tommaso, Geburt Christi (1373-1375)

Die heilige Birgitta von Schweden unternahm im Jahr 1372/73 ihre letzte Pilgerreise, ins Heilige Land. In der Geburtsgrotte von Bethlehem sah sie in einer Vision die Geburt Christi. Die sogenannte Weihnachtsvision verbreitete sich sehr schnell und veränderte die Kunst nachhaltig, erstmalig und neuartig zu sehen im Gemälde Niccolò di Tommasos. Die heilige Birgitta ist, rechts im Bild, als Teil der Vision, in einer Felsgrotte, im Habit, den Rosenkranz betend, dargestellt. Maria ist nicht ruhend, von der Geburt, gar Schmerzen geschwächt, dargestellt, sondern kniend im weißen Hemd. Vor ihr, auf dem Boden, liegen ihre abgelegten Kleidungsstücke, Schuhe, Mantel und Schleier. Ihre Haare sind lang und blond. Sie wirken unfrisiert. Marias Hände sind gefaltet. Das Jesuskind liegt nackt auf einem blanken Felsen, seine rechte Hand der Mutter entgegenstreckend. Die Wickeltücher liegen davor.
Dass das Jesuskind, und auch Maria, von einem goldenen Strahlenkranz umgeben sind, ist neu.

Von Marias Mund gehen kurvenartig die Worte „Bene Veneris Dominus Meus Et Deus Meus Et Filius Meus“ - „Sei willkommen, mein Gott, mein Herr und mein Sohn“, aus. Im hinteren Bereich der Grotte befindet sich eine brennende Kerze. Josef blickt, mit gekreuzten Händen vor der Brust, auf das Jesuskind. Er hat keine Schuhe an, wie Mose vor dem brennenden Dornbusch, der aus Ehrfurcht vor dem heiligen Ort die Schuhe ablegte. Josefs Kopf umrahmt ein Heiligenschein; er ist eben nicht wie Jesus und Maria komplett ins Licht getaucht.
Auf das ganze Geschehen von oben herunter blickt Gottvater, sein Gesicht in einer Sonne mit Strahlen dargestellt. Dazwischen, direkt über der Grotte, schweben anbetende Seraphim. Weitere Engel, die dem Neugeborenen huldigen, befinden sich rechts und links davon. Ochs und Esel wachen im linken Bereich der Grotte. Rechts neben der Grotte lagern Hirten.


Die neuartige Bildsprache wollte von nun noch mehr die Herzen der Menschen erreichen. Wenngleich (russisch) ikonographische Merkmale nicht aufgegeben wurden (Spruchbänder, formale Komposition...), so hat sich mit der knienden Maria in der Vision der heiligen Birgitta ein Durchbruch ereignet: Maria begibt sich vor der Geburt ins Gebet und bleibt während und nach der Geburt darin. Dies drückt  die Nähe und Verbundenheit mit Gott(vater) aus.

Die Kunst des Spätmittelalters wurde maßgeblich durch die heilige Birgitta beeinflusst - mit Auswirkungen bis heute: So findet man in häuslichen Krippen die kniende Maria und Josef mit einer Kerze, bzw. Laterne in den Händen.

CS

Patron

Birgitta von Schweden ist Patronin Europas, der Pilger und für einen friedlichen Tod.

Reliquien

Ihre Tochter Katharina, die mit ihr in der Hausgemeinschaft lebte, überführte 1374 ihre Gebeine nach Schweden.

Brauchtum

Am Schrein der heiligen Birgitta in der von ihr entworfenen Kirche beten heute katholische und lutherische Christen, die in wachsender Zahl nach Vadstena pilgern.

Johannes Paul II. ernannte 1999 die heilige Birgitta zusammen mit Katharina von Siena und Edith Stein zur Schutzpatronin Europas – als Ergänzung zu den männlichen Patronen Europas: Benedikt, Cyrill und Methodius.

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