20.04. | Jahreskreis | Herz Mariae

Karsamstag

Christus in der Unterwelt, Emil Nolde (1867-1956), 1911; 86 x 100 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main

Als Tag der Grabesruhe Jesu hat der Karsamstag keine Eucharistiefeier. Ursprünglich wurde dieser Tag als Fasttag gehalten. Bis ins fünfte Jahrhundert hinein begann man um Mitternacht mit der Auferstehungsfeier, die bis in den Morgen dauerte. Später wurde die Feier der Osternacht immer weiter vorverlegt, bis sie schon am Morgen des Karsamstags stattfand. 1955 wurde die alte Ordnung wieder eingeführt. Für die Christen ist heute die Feier der Osternacht der zentrale Gottesdienst des Kirchenjahres. Als richtige Zeit dafür gilt der Abend nach Einbruch der Dämmerung oder in der Frühe vor dem Morgengrauen des Ostertags. 

Im Messbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets heißt es zum Karsamstag: „Am Karsamstag verweilt die Kirche am Grab des Herrn und betrachtet sein Leiden und seinen Tod. Das Messopfer wird nicht gefeiert, der Altar bleibt unbedeckt. Erst in der Osternacht, in der die Kirche die Auferstehung des Herrn erwartet, bricht die österliche Freude durch, die sich durch fünfzig Tage in ihrer ganzen Fülle entfaltet. Die heilige Kommunion kann am Karsamstag nur als Wegzehrung gereicht werden.“ (MD 1996, 100) 

Damit setzt der Karsamstag einerseits die Trauer des Karfreitags fort und lädt ein zur Besinnung auf die zentralen Geheimnisse des Glaubens, die wir in dieser Woche feiernd bedenken. Gleichzeitig will er uns auf die Feier der Auferstehung Jesu vorbereiten.

Noch ist Jesus nicht auferstanden. Nach seiner Grablegung ist er ins Reich des Todes hinabgestiegen – so beten wir es im Apostolischen Glaubensbekenntnis, und so stellt es Emil Nolde (1867–1956) auf seinem Gemälde „Christus in der Unterwelt“ im Jahr 1911 dar. 

Dieses Bild lehnt an eine Reihe von acht religiösen Bildern an, die Nolde zwischen den Jahren 1911 und 1912 male, und die er im Jahr 1912 um eine Mitteltafel zum großen Polyptychon „Das Leben Christi“ zusammenfügte. „Christus in der Unterwelt“ entspricht dem Format jener acht Leinwände und ist im selben Zeitraum entstanden. Dieses Bild drückt das Ziel der Expressionisten, den Emotionen der Wiedergegebenen höchsten Ausdruck zu verleihen, aus: „Gefragt habe ich selbstredend niemand, wie religiöse Bilder aussehen müssen. […] Einem Verlangen nach Klarheit und Wahrheit war ich gefolgt“.

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