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Weltgebetstag 2019

Freitag, 1. März

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„Kommt, alles ist bereit!”

Vor dem Gottesdienst..
Herzlich willkommen!
 

„Kommt, alles ist bereit”. Mit dieser Bibelstelle Gleichnis vom Festmahl aus Lukas 14, 13-24 luden Frauen aus den Gemeinden Herz Mariae | Erlöserkirche | Jungfernkopf zu einem gemeinsamen Gottesdienst in die Kirche am Jungfernkopf ein. Ziel war es, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, um eine Kirche zu werden, sinnbildlich weltweit. Denn überall, über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg, besuchen jedes Jahr am ersten Freitag im März Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste und Veranstaltungen. In diesem Jahr hatten Frauen aus Slowenien den Anstoß dazu gegeben.

Den Auftakt der Veranstaltung gestaltete die mit einem Slowenen verheiratete, gebürtige Saarländerin Ulla Prestor, die die Anwesenden in auf slowenisch begrüßte.  

Zunächst also auf slowenisch (Dober dan!..., aber dann auch auf deutsch (Guten Tag!...) Sie richtete herzliche Grüße von den Frauen in Slowenien aus. Slowenien sei eines der kleinsten und jüngsten Länder Europas und von Gott mit Naturschönheiten beschenkt: Von der Pannonischen Tiefebene bis hin zu Hügeln und grünen Wäldern und hohen Bergen; von der geheimnisvollen Unterwelt des Karsts bis hin zur Küste der Adria. Ihre Begrüßung schloss sie mit dem Aufruf ab, gemeinsam Gott zu preisen.

Vorausgegangen war das Lied „Eingeladen zum Fest des Glaubens“; Texte und Noten aller Lieder waren an die Wand projeziert worden. Dies erleichterte, dem Gottesdienst aufrecht und aufmerksam zu folgen. Diese erste Melodie war bekannt und erleichterte zudem den Einstieg. Für slowenische Stimmung des Gottesdienstes wurde durch das musikalisch begleitende Akkordeon gesorgt. Slowenisch daran ist eine Abweichung von der klassischen "cent"-Stimmung der Töne.

Erste Begrüßung auf slowenisch
 

Nun wurde der Tisch, eine große aufgebaute mit einem weißen Tischtuch versehene Tafel, gedeckt. Die mitwirkenden Frauen brachten einzeln landestypische Gaben, wie etwa Salz, das als das „Gold des Mittelalters“ galt, vor. Salz brachte Wohlstand nach Slowenien, sozusagen die Würze für ein gutes Leben.  

Auch Lavendel wurde überbracht. Der wohlriechende Duft dieser Pflanze steht für die Fülle der Natur. 2016 ist Sloweniens Hauptstadt Ljubljana zur „Grünen Hauptstadt Europas“ gewählt worden.

Die Gabe des Honigs galt und gilt als „Himmelsspeise“ in Slowenien. Das Imkern hat dort eine lange Tradition. Bienenkästen bilden im ganzen Land bunte Farbtupfer in der Landschaft. Sie spiegeln den Alltag der Menschen wider. Dies zeigt sich daran, dass an vielen Kästen Bretter mit gemalten Szenen aus dem Alltag hängen.

Salz
Lavendel
Honig
 

Mit dem Honig der Bienen werden Lebkuchenherzen gebacken, eine typische Landesspeise Sloweniens. In Anlehnung daran hatten 23 Kinder, hauptsächlich Erstkommunionkinder, aus Herz Mariae und Heilig Geist am Tag zuvor herzförmige „Lebkuchenbrote“ in verschiedenen Größen hergestellt. In Slowenien werden Lebkuchenherzen zu verschiedenen Anlässen verschenkt. 

Drei „unserer“ Kinder trugen sie nun, gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen, zur großen Festtafel nach vorne und verlasen, warum. 

Manuel tat dies stellvertretend für die Erstkommunionkinder; die anderen waren kurz zuvor schon mit ihren Familien in Uder eingetroffen. Dort, im Eichsfeld gelegen, sollten sie das alljährliche Erstkommunionwochenende verbringen.

Was Christen das Brot bedeutet, hatte thematisch im Fokus des Brotbacknachmittags gestanden, der mit einer abendlichen Andacht geendet hatte.

Kinder und Jugendliche tragen vor.
 
Olivia (14) mit Broten

Das Brot, es handelte sich um Hefebrot, das jedes Kind individuell mit einzelnen, typischen Lebkuchengewürzen (Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskat, Nelken, Piment und Zimt)  versehen hatte, stand also für das Zeichen der Gastfreundschaft Sloweniens - zum Schmecken.

So stehen die herzförmigen, mit rotem Zuckerguss bestrichenen Brote natürlich für die Liebe. Mit den Kindern wurde am Brotbacknachmittag u.a. erarbeitet und in Uder intensiviert, wie man eigentlich merke, dass Gott zu einem spreche. Dazu müsse man sich zunächst einmal selber mögen, um die Sinne für Gott – zunächst für sich allein, dann aber auch durch andere – zu wecken. Genau dies könne der Grund sein, warum die Lebkuchenherzen in Slowenien häufig mit einem kleinen Spiegel versehen seien: Liebe schenken, sich selbst zunächst dabei sehen und einem Gegenüber "in Liebe" entgegentreten. Hält man das Herz im entsprechenden Winkel vor sich, könne man spüren, dass Gott einem dabei „über die Schulter schaut“: 

Dafür kann das slowenische Lebkuchenherz Symbol sein.

 

Zum Schluss der landestypischen „Gabenbereitung“ wurden Blumen, genauer rote Nelken, überbracht. Blumen spielen in Slowenien eine große Rolle. Noch bevor man Häuser für bezugsfertig erkläre, blühen Blumen vor der Tür. Bis 1991 waren rote Nelken Zeichen für den Sozialismus und bei allen öffentlichen Anlässen wie etwa Paraden dabei. Heute sind es Frauen, die am achten März, am Weltfrauentag rote Nelken überreicht bekommen., in diesem Jahr genau eine Woche nach dem Weltgebetstag der Frauen. Das sozialistische Erbe hat den slowenischen Frauen zwar manch positive Gesetzgebung erhalten, doch stehen viele Frauen vor der Herausforderung, ihre Rechte und Errungenschaften zu verteidigen und auszuweiten. Auch dort gilt es, Beruf, Familie und die Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger zu vereinbaren.

Nelken
 

Frauen geben natürlich auch Traditionen an die nachfolgenden Generationen weiter, wie eben etwa das Backen. Die andere traditionelle slowenische Speise ist nämlich ebenfalls ein Gebäck, das Festtagsgebäck Potica (sprich: „Potiza“). Dieses Hefegebäck wird mit Estragon gewürzt und mit Haselnuss, Walnuss oder Mohn gefüllt.

Der Gottesdienst wurde nun fortgeführt, indem Stimmen, also Erfahrungen slowenischer Frauen zu Gehör kamen, vorgetragen von den deutschen Frauen.

Beginnend mit „Marjeta“, die beispielweise erzählte, dass ihre verwitwete Mutter und ihre Großmutter sie das Beten gelehrt gelehrt hätten. Das zu einer Zeit, als das Land sozialistisch-kommunistisch war. Religiöse Menschen wurden diskriminiert; so erhielt sie nach dem Abitur keine Möglichkeit für ein Studium und führte ein Leben als „Gast“arbeiterin, als Mensch „zweiter Klasse“, in der Schweiz. 

Natascha erzählte beispielsweise, dass sie, als Mutter zweier Kinder, eine Romni sei und ihre Kindheit in einer liebevollen und fürsorglichen Familie in einem Roma-Dorf verbracht habe. Dort wuchs sie sorglos auf und hatte eine gute Schulbildung erhalten. das Roma-Dorf sei von ihrer Umgebung akzeptiert worden. Abkehnung wegen ihrer Herkunft habe sie nie erfahren. Ihr sei allerdings bewusst, dass ihre Erfahrungen nicht der sozialen und wirtschaftlichen Situation aller Roma in Slowenien und Europa entspräche. „Viele von ihnen leben unter unzumutbaren Bedingungen, ohne Wasser und Strom in ihren Häusern. Viele Kinder gehen nicht regelmäßig in die Schule. Dort werden sie oft ausgelacht und ausgeschlossen. So erhalten sie keine gute Schulbildung. Das wirkt sich bei der Suche nach einer Arbeit aus, die ihre Familie aus der Armut befreien könnte.“

Nach dem Lied "Wir öffnen unser Herz – Odprimo srce" folgte das Evangelium, um gemeinsam auf die Beziehung zu Gott und auf die Beziehungen untereinander zu blicken. Im Gleichnis vom Festmahl aus dem Lukas-Evangelium werden „Arme, Krüppel, Lahme und Blinde“ eingeladen: „Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. Als einer der Gäste das hörte, sagte er zu Jesus: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf.“ Doch die Menschen haben viele Ausreden, um der Einladung nicht zu folgen. Die Menschen, denen es gut geht, folgen der Einladung zum Festmahl Gottes nicht. Sie sind vermutlich beschäftigt mit dem Streben nach Anerkennung und angeblicher Selbstverwirklichung. Jesus streckt im Gleichnis seine Hand insbesondere nach gesellschaftlich gefallenen Menschen aus, arme, behinderte, kranke, auch verachtete Menschen, aber auch Menschen, die in Sünde gefallen sind.

Dem Weltgebetstag gelingt es alljährlich (auch symbolisch), so hieß es im Gebet, alle „an einem Tisch zusammenzubringen“ um von Gott „auf dem Weg des Lebens und der Hoffnung“ geführt zu werden. 

„Du hast uns bei unserem Namen gerufen. Wir sind wichtig in deinen Augen. So beten wir als deine geliebten Kinder: Vater Unser …“

An der Tafel...
 

Die Feier des Gottesdienstes zum Weltgebetstag machte vor, dass eine Einladung gelingen kann! "Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Matthäus 28,20)

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde weitergefeiert, bei vielen von den Frauen liebevoll zubereiteten Speisen nach slowenischem Rezept, zu einem kalt/warmen Büfett bereitgestellt. 

Die Lebkuchenbrote wurden natürlich ebenfalls verzehrt und verteilt. Die übrigen Kinder und Jugendlichen hatten teilweise parallel zum Gottesdienst an einem eigenen Programm teilgenommen und waren nun wieder gerne dabei. Die drei Jugendlichen, die das Brot überbracht hatten, waren vermutlich inzwischen mit ihren Begleiterinnen in Uder angelangt. Dort hatten die Familien ebenfalls etwas Leckeres übriggelassen.

Der zweite Korb der Lebkuchenbrote
Agape
 
handwerkliche Klöppelkunst...

Slowenien ist auch bekannt für seine Klöppelkunst. Wahre Kunstwerke wurden im Anschluss an den Gottesdienst gegen Spenden angeboten, auch um diese für Slowenien typische Arbeit bekannt zu machen. Einige Frauen des Teams hatten sie zur Verfügung gestellt.

Eine andere Gruppe hatte zeitgleich eine Ausstellung ihrer Gemeinschaftsarbeiten zum Weltgebetstag vorbereitet: die Quilterinnen unter Leitung von Conny Fleck. Sie treffen sich wöchentlich zum Arbeiten in der Jungfernkopf-Kirche.

Ein schöner Beitrag, zeigt es doch die Verbindung mit dem Weltgebetstag; es geht um verbindende Freuden und Sorgen, die Frauen miteinander und mit der Welt teilen.

 

In der Rückschau stellte das Weltgebetstagsteam fest, dass die Entscheidung für ein europäisches Land, viele Möglichkeiten böte, sich mit dem Land authentischer zu indentifizieren. 

Im nächsten Jahr geht es nach Zimbabwe. Das eröffnet wieder eine andere Art von Möglichkeiten.

Es war ein wunderschöner Weltgebetstagsgottesdienst. -

Die Kollekte war enorm! Sie betrug 903 Euro und 30 Cent. Danke!

Bis zum nächsten Jahr! Der Weltgebetstag 2020 wird in der Erlöserkirche stattfinden. Herzlich willkommen!

Christine Striegel

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