Erstkommunion 2018 | Vorstellungsgottesdienst | Pfarrgemeinde Herz Mariae

Das Öl zusammenbringen!

Vorstellung der Erstkommunionkinder 2018

Im Familiengottesdienst am 12.11.2017 stellten sich 28 Kinder vor, die am 29. April 2018 ihre Erste Heilige Kommunion feiern werden.

Das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen | Mt 25, 1–13

1  Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2  Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 3  Die Törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, 4  die Klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit. 5  Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6  Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen! 7  Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 8  Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus! 9  Die Klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch! 10  Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. 11  Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 12  Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13  Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Dieses Gleichnis wird in diesem Jahr zum 32. Sonntag im Jahreskreis gelesen.

An diesem Sonntag lädt Gott ganz besonders die Kinder, festlich, in sein Haus ein. -

Öl wird eine ganz besondere Rolle spielen!

Es stellt das Zeichen für die Zusammengehörigkeit der Kinder untereinander dar. Und es bringt den Willen zum Ausdruck, die Beziehung mit Jesus zu Gott aufzunehmen respektive zu intensivieren.

 

Höfische Gesellschaft

Nach neueren Forschungen ließ Herzog Ludwig VII. (der Bärtige) von Bayern-Ingolstadt um 1430 in Regensburg eine riesige Bibel anfertigen. Sie umfasst 307 Blätter Kalbspergament im Format ca. 53 x 37 cm. 146 Miniaturen und 294 Zierinitialen schmücken sie. Ursprünglich war sie in einem einzigen Band gebunden, wurde aber im 19. Jahrhundert auf acht Bände verteilt. Dessen erste beiden Bände sind seit 1960 wiederum in einem Band vereinigt, der in der Staatsbibliothek in München aufbewahrt wird. Im Jahr 2008 konnten alle Bände dort zusammengeführt werden.

Die Bände enthalten den Text des Neuen Testaments in frühneuhochdeutscher Sprache. Damit liegt dort eine deutsche Übersetzung bereits 100 Jahre vor Luthers Übersetzung vor; es ist die erste illuminierte deutsche Übersetzung des Neuen Testaments.

Doch konnten unter Ludwig dem Bärtigen nur der gesamte Text geschrieben und der Großteil der Miniaturen in den ersten beiden Bänden ausgeführt werden.

Der Rest wurde erst unter Pfalzgraf Ottheinrich ab 1530 vollendet, weshalb die Bibel heute seinen Namen trägt. Mathis Gerung ergänzte die fehlenden Miniaturen im Stil der Renaissance.

In den ersten beiden Bänden begegnen uns im Wesentlichen zwei Miniatoren aus der Zeit um 1430, deren Namen wir nicht kennen. Sie werden deshalb nach den Evangelien, die sie größtenteils illuminiert haben, Matthäusmeister und Markusmeister genannt.

Das Bild "Die klugen und die törichten Jungfrauen" ist wahrscheinlich vom Matthäusmeister gemalt worden. Es zeigt die klugen und die törichten Jungfrauen, die den Betrachter aufrufen sollen, sich gut vorzubereiten für die Ankunft des Herrn.

Der sogenannte Matthäusmeister hat diesen Text im ersten Band der Ottheinrich-Bibel ohne eine große Aussageabsicht in seine Miniatur übertragen. Er wollte ein schönes Bild malen, das seinem Auftraggeber gefällt. Er wollte die Schönheit der höfischen Gesellschaft seiner Zeit darstellen. 

Beides ist ihm gelungen. In einem schlichten, gemalten Leistenrahmen, der zwei Bildstreifen voneinander trennt und fast das gesamte Blatt ausfüllt, sehen wir zehn vornehm gekleidete Damen. Leider ist das Bild zum Teil stark abgerieben. Die oberen fünf sind von den unteren dadurch unterschieden, dass sie große, glockenförmige Schalen aufrecht in den Händen halten. Die roten Flammen kennzeichnen diese als brennende Lampen. Die unteren fünf Frauen halten ihre Lampen alle mit der Öffnung nach unten. Die Lampen brennen nicht. Es sind die „törichten Jungfrauen“, wie sie der Text nennt. Sie sind töricht, weil sie sich nicht gut vorbereitet haben. Sie gehören zu einer Hochzeitsgesellschaft, und ihre Aufgabe ist es, dem Bräutigam entgegenzugehen und ihn dann in den Festsaal zu geleiten. Aber sie warten lange auf die Ankunft des Bräutigams; sie werden müde und schlafen ein.

Eigentlich sollten sie den Bräutigam mit brennenden Lampen empfangen und begleiten; dies ist aber nicht möglich, da das Öl in ihren Lampen im Voranschreiten der Nacht schon verzehrt wurde – und sie haben keinen Nachschub mitgenommen. Dies unterscheidet sie nach dem Bibeltext von den anderen, den „klugen Jungfrauen“, denn diese haben außer den Lampen auch noch Öl in Krügen mitgenommen. Sie haben offensichtlich mit einer längeren Wartezeit gerechnet. Sie sind gut vorbereitet.Die Miniatur zeigt von all dem sehr wenig. Sie erzählt keine Geschichte. Sie reiht zweimal fünf Frauen in prachtvollen Gewändern relativ statisch nebeneinander auf. Aber auch die schönen Gewänder sind Zeichen der Vorbereitung. Die klugen und die törichten Jungfrauen unterscheiden sich kaum voneinander.
In anderen Darstellungen dieses Themas sind die törichten Frauen oft viel opulenter gekleidet, sie werden auf diese Weise als an äußeren Dingen hängend kritisiert. Dem Auftraggeber dieser Handschrift, Herzog Ludwig VII., war aber an einer Kritik seiner Hofgesellschaft nicht gelegen, der Maler stellte deshalb alle Frauen gleich prächtig dar. Ein typischer Zug höfischer Kunst, zu früheren Zeiten hätten Malermönche dies anders gesehen und dargestellt. Lediglich die beiden mittleren Frauen sind etwas herausgehoben durch Farben und Pracht der Kleidung und durch den Kopfschmuck der oberen. Dies ist aber ein künstlerisches Mittel, um die Symmetrie zu betonen, und trägt keine Aussageabsicht.
Die untere Reihe ist in den Gesten etwas bewegter, die Hände sprechen von der Verzweiflung der Frauen, doch die Gesichter der oberen Frauen sehen auch nicht viel glücklicher aus. Vielleicht spiegelt sich hier noch die Überraschung, das Aufschrecken aus dem Schlaf. Der einzige prägnante Unterschied sind nur die erhobenen, brennenden Lampen in den Händen der klugen Frauen. Noch nicht einmal die Ölkrüge sind zu sehen, obwohl ihnen doch nach dem zugrunde liegenden Bibeltext, der im aufgeschlagenen Buch in frühneuhochdeutsch (!) auf der Seite links neben der Miniatur beginnt und direkt über ihr endet, die entscheidende Bedeutung zukommt.
Blick in eine andere Zeit Die Gewänder der Frauen lassen sich zeitlich genau festlegen.
Die modisch langen, geschlitzten Ärmel finden sich in anderen Handschriften um 1414/15 und waren zu dieser Zeit gerade topmodern. Die Gewänder sind zum Teil golddurchwirkt, sie werden von Borten und Säumen farblich kontrastiert, Innenfutter und Ärmel zeigen andere reiche Stoffe, und bunte Gürtel betonen die Taille. Der Kopfschmuck ist kaum variiert, nur die mittlere Frau oben trägt einen Pelzhut (...).
Überhaupt wirken die Frauen wie aus einem Musterbuch übernommen, ohne größere Anpassungen an das Thema in
Körperhaltung und Gesichtsausdruck. Sie nehmen kaum Kontakt zueinander auf. Im Mittelpunkt steht eindeutig die höfische Kleidung aus der Zeit des Malers.
Etwas später als die Figuren dürften die besonders schön gestalteten Goldranken auf dem roten Hintergrund gemalt worden sein. Hier hat wahrscheinlich ein anderer Maler zu Ende gebracht, was der Hauptmaler offen ließ. Ihm sind vielleicht auch die feinen Ornamente auf den Gewändern zu verdanken.
Neben dem Bild findet sich die Maleranweisung, mit der ein das Gesamtwerk planender Kleriker (wegen der lateinischen Sprache) dem Maler nahe brachte, was das im Text einzufügende Bild darstellen solle: „pictura X virgines“ (Gemälde: zehn Jungfrauen).
Nichts anderes hat der Miniator gemalt. Also kehren wir zurück zum Bibeltext und zu unserer Eingangsfrage:
Was können wir tun, um im ewigen Leben anzukommen? Wir können uns vorbereiten, so können wir auf dem Hintergrund des Textes antworten, wir müssen etwas mitnehmen, etwas, das wir nicht teilen können, denn die klugen Jungfrauen können oder wollen ihr Öl nicht teilen mit den anderen – ein Zug, der bei einem Gleichnis im Munde Jesu sehr befremdlich wirkt. Was ist dieses Öl, das so entscheidend ist für unsere Aufnahme im Festsaal Gottes, das wir aber nicht teilen können? (...)

aus: Heinz Detlef Stäps | © 1994 Magnificat SAS, Paris

Deutsche Ausgabe © 2000 Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer

 

An gotischen Kathedralen findet sich am Portal häufig Relief- und Skulpturenschmuck, zumeist ebendieser klugen und törichten Jungfrauen.

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