Erstkommunion | Das war los... | Pfarrgemeinde Herz Mariae

Die Taufe ist ein großes Geschenk der Liebe Gottes, an das wir uns immer wieder dankbar erinnern dürfen.

Tauferinnerungsgottesdienst 2018 in Herz Mariae

am Sonntag, dem 23. September 2018, in Herz Mariae

Am Sonntag, dem 23. September, fand in unserer Kirche Herz Mariae ein Tauferinnerungsgottesdienst statt, zelebriert von Pfarrer Mario Kawollek, „Aushilfspfarrer“ des Pastoralverbunds, wie er sich selbst vorstellte, und Studentenpfarrer der Universität Kassel. Die noch relativ neuen Erstkommunionkinder standen im Mittelpunkt des Geschehens, stellt doch die Erste Heilige Kommunion die Anknüpfung an die Taufe dar.

Eine erste Form der Tauferinnerung ist das Kreuzzeichen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das Kreuzzeichen mit Weihwasser erinnert uns an das Taufwasser und damit an die Taufe, durch die wir in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurden. 
Das gesamte Leben eines Christen ist von jener Quelle gespeist, die bei der Taufe entspringt. Wasser bedeutet Leben, wie die Kinder regelmäßig in den Gruppenstunden feststellen. 

Einzug
Olivia gießt das Wasser in die Taufschale.
 

Zunächst goss eine Messdienerin dreimal Wasser aus einer Kanne in die vorne stehende Taufschale.

» Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. « (Mk 9, 36-37) -

[Im Evangelium ging es, wie Pfarrer Kawollek im vorherigen 9.30Uhr-Gottesdienst festgestellt hatte, darum, sich bewusst zu machen, was es bedeute, ein Kind in die Mitte zu nehmen, nämlich Sorge und Verantwortung zu übernehmen – dieses Wort Jesu vor dem Hintergrund, dass Kinder zu der Zeit Jesu zu den Geringsten zählten und gar missachtet waren.]

Eine besondere Gelegenheit, an die Taufe zu denken, ist der Namenstag. Durch die Taufe werden Name und Biographie eines Menschen vertrauensvoll in die Hand Gottes gelegt.

So befragte Christine Striegel im Predigtteil zum Thema „Name“, wie die Kinder denn so heißen: „Charlotte, Johann/ Johannes/ Johanna…“
Erik mochte sich vorstellen: „Stellt Euch mal vor, wir hätten keine Namen…“. Wo haben die Kinder ihre Namen her? Und die Großen? 

Sarah Aufenanger erzählte: „Sarah… Sie war eine Gestalt in der Bibel, und zwar im Alten Testament. Sie war die Frau von Abraham und die Mutter von dem von Gott verheißenen Sohn Isaak. Von Gott wurde sie zuvor auch umbenannt, von Sarai zu Sarah. Der hebräische Name Sara bedeutet Fürstin oder Herrin, auch Prinzessin.“

Und Senta Bauer: „Senta ist mein Rufname. Getauft bin ich auf den Namen Kreszentia. Davon gibt es zwei Heilige, eine aus dem dritten Jahrhundert und die Heilige Kreszentia von Kaufbeuren. Kreszentia ist ein weiblicher Vorname lateinischen Ursprungs und bedeutet Wachstum. Das crescendo in der Musik bedeutet zunehmen“.

Auf die Frage Christine Striegels, ob und wer denn Spitznamen besäße, meldeten sich gleich viele Kinder und bestätigten, dass es wohlmeinende Kosenamen vonseiten der Allernächsten seien. Niemand wollte seinen Namen, wie auch den Spitznamen, gar ändern wollen.

Denn: „Die Namen sind ein Teil von euch. Namen sind wichtig!“

Das Märchen von Rumpelstilzchen der Brüder Grimm kannten die Kinder natürlich: „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß`…“. Als die Königin den Namen von Rumpelstilzchen erfuhr, hatte der Kobold seine Macht verloren.

Ähnlich verhält es sich mit einem Passwort. Dass ein solches am Computer wichtig ist, wussten die Kinder natürlich auch. Es funktioniert ziemlich ähnlich. Ist es geknackt, verliert es seine Macht. Dieser „Name“ funktioniert wie ein Schlüssel.

Rumpelstilzchen, Johann Philipp Grotjohann, 1893
 

Dass Rumpelstilzchen seinen Namen dennoch verrät, indem es die Möglichkeit des Belauschtwerdens zulässt, zeigt nicht nur, wie schwer es ist, ein Geheimnis für sich zu behalten, sondern dass es irgendwie doch seinen Namen „preisgeben“ möchte und damit sogar sich selbst. Der „Preis“ ist nämlich, dass Rumpelstilzchen sich vernichtet - es zerreißt sich in der Luft -, um die Königin zu retten.

Namen austauschen, Kenntnis voneinander haben, bringt Mitgefühl für andere… macht menschlich.
Wenn man andere Menschen mit Namen ansprechen kann und um sie weiß, so Striegel, rücken sie näher, und werden auch oft wichtig. 

Der Name Christine… getauft auf den Namen Christi und das Bekenntnis dazu. Christus ist das altgriechische Wort für Messias und bedeutet der Gesalbte. Bei der Taufe wird, mit einem Kreuz auf der Stirn, gesalbt, mit Chrisam – „Salbe“. Meistens werden Menschen getauft, wenn sie noch Kinder sind, "königlich" gewürdigt, wie im heutigen Evangelium verkündet, auf Augenhöhe von Jesus angenommen.

Namenstage gehen auf Heilige zurück… 

Und wer hat unserer Kirche ihren Namen gegeben?

Am vorherigen Sonntag wurde der Namenstag Marias, der Mutter Jesu, gefeiert. Im Bild „Die Heilige Familie“ von Michelangelo Buonarotti aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist sie kraftvoll, den kleinen Jesus von Joseph entgegennehmend (nach vorne rückend), dargestellt. Im Hintergrund befinden sich nackte Jünglinge. Sie symbolisieren Götter, wie Clara wusste. Diese und mehrere Götter zu haben, gehört zu einer alten Zeit. 
Mit Maria, „voll der Gnade“, beginnt die neue Zeit der Barmherzigkeit und Vergebung, mit Jesus auf dem Weg zu unserem einen Gott. Die heidnische Zeit trat zurück. Dafür steht auch Johannes (s.o.) der Täufer, der rechts in der horizontalen Mitte des Bildes zu finden ist, als Mittler für das Neue, den Messias. 

Michelangelo Buonarotti, Tondo Doni/Die Heilige Familie, 1503/04 oder 1507, Uffizien, Florenz
 

Erik, Johanna und Elisa, Kommunionkinder aus dem letzten, dem vorletzten und vorvorletzten Jahr, lasen zum Thema noch etwas vor:

Der Name ist ein Programm: Früher bekam der älteste Junge und das älteste Mädchen den Namen des Vaters oder der Mutter… Manchmal bekommen Kinder einen Namen einer Person, die die Eltern besonders verehren oder schätzen.

Jeder Name hat eine besondere Bedeutung: Hannes ist die Kurzform von Johannes und heißt „Jahwe hat Gnade erwiesen”... Am folgenden Samstag (29.September) feiern wir den Festtag des Heiligen Michael. Er war ein Erzengel (und hat mit dem Teufel gekämpft und ihn bezwungen). - Erzengel waren „Chefengel“, Boten, die göttliche Botschaften überbrachten. Michael ist eigentliche eine Frage: Wer ist wie Gott?

Auch Gott hat einen Namen: Gott heißt „Jahwe“. Das bedeutet: ich bin da, ich bin für euch da. Das bedeutet genauer: Ich war da und werde immer da sein für euch… Der Name ist ein Programm, ein Geschenk. Vielleicht sollten wir uns alle einmal mehr mit unseren Namen beschäftigen, um festzustellen, welche Zusage aber auch Kraft sie enthalten.

Jesus sagte einmal: Freut euch, da eure Namen im Himmel geschrieben sind: Das bedeutet; Gott vergisst keinen von uns. Niemals, in Ewigkeit niemals!

Nun brachten die Kommunionkinder, auch Geschwister, ihre Äpfel, eine Art Taufurkunden, zum Taufbaum und hängten sie auf. 

Die Kinder sind die Früchte unserer christlichen Gemeinde.

Die Äpfel werden an den Baum gehängt.
 

Es folgte die Tauferinnerung. Nach einem Segensgebet, Elisa und Erik trugen die Taufschale, stellten sich die Kommunionkinder nebeneinander vor die erste Altarstufe, jeweils ein Elternteil legte die rechte Hand auf die Schulter seines Kindes.

Kinder und Eltern treten vor.
Segnung des Wassers
Die eigentliche Tauferinnerung.
 

Die Kinder machten nun nacheinander das Kreuzzeichen mit Weihwasser… und Pfarrer Kawollek nahm anschließend einen Zweig, um die Gemeinde mit dem Weihwasser zu besprengen.

Nach dem Lied Fest soll mein Taufbund immer steh‘n  brachten die neuen Kommunionkinder ihre Fürbitten vor: Durch die Taufe sind wir mit allen Christen verbunden… So dachten sie auch an Pfarrer Steinert, dass er sich gut erholen möge – auch für sie!

Vater Unser...

Vater Unser...
 

Zur Kommunion lud Pfarrer Kawollek die neuen Kinder natürlich noch nicht ein, forderte sie aber auf, mit vor der Brust verschränkten Armen gerne nach vorne zu kommen; nicht nur, um sie erkennen zu können - er sei ja zu Besuch, sondern als eine schöne Form, die bereits geschenkte Verbundenheit mit Jesus Christus darzustellen.

Nach dem Segen wurde das relativ neue Marienlied Mit dir, Maria, singen wir aus dem Gotteslob gesungen - schwungvoll und begeistert von den Kommunionkindern; denn das Lied hatte Gudrun Stute mit den Kindern im Kommunionunterricht einstudiert. Im eingeübten Lied, das im Rosenkranzmonat Oktober noch häufiger gesungen werden wird, kommt Dank und Osterfreude zum Ausdruck.

Mit dir, Maria, singen wir
 

Die anderen Lieder hatte Bernd Schaller mit der Gitarre begleitet.

Zum Auszug wurden alle Kinder zum Marienbild nach vorne gebeten. Per Kniebeuge oder Verneigung konnten sie still um den Schutz der Gottesmutter Maria bitten und ggf. eine stille Bitte vorbringen. Dazu zündeten sie jeweils ein Licht an und stellten es vor der Marienstatue, bzw. dem Bild, ab.

Gang zum Marienbild
Gang zum Marienbild
Gang zum Marienbild
 

Paulina, Erstkommunionkind 2018, zeigt den neuen Kindern, dass man sich in unserer Kirche zu Hause fühlen kann.

Gang zum Marienbild
 

Ein festlicher Gottesdienst. - Normalerweise bekommt man zu einem Fest ein Geschenk…

In unserem Fall bilden die Kinder das Geschenk für die Gemeinde!

Übrigens: Sechs Messdienerinnen und Messdiener hatten sich für den Tauferinnerungsgottesdienst zur Verfügung gestellt und mit großer Selbstverständlichkeit den Dienst am Altar verrichtet. Damit haben sie auch Wertschätzung für die Neuen gezeigt. Toll! DANKE!

Viele Erwachsene wissen gar nicht mehr, an welchem Tag sie getauft wurden. Was die Kinder betrifft, steht das Datum auf der Taufkerze… Vielleicht eine Anregung, den „zweiten Geburtstag“ des neuen Lebens ebenfalls zu feiern. Wenn die Taufkerze am Festtagstisch des Kindes brennt, verweist sie auf den auferstandenen Jesus, der selbst das Licht ist und uns in der Taufe dazu berufen hat, Licht für die anderen zu sein. Geburtstag und Tauftag können Anlass sein, mit Kindern über ihre Taufe zu sprechen…

Christine Striegel

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