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Macht bereit!

Brotbacknachmittag 2019 im Ökumenischen Gemeindezentrum Ahnatal am 28. Februar


Mit Sarah Aufenanger | Senta Bauer | Pfarrer Markus Steinert | Christine Striegel


Slowenisch: Herz-Lebkuchen...
 

Es war wieder einmal soweit. Der alljährliche Brotbacknachmittag der Erstkommunionkinder stand an.

Die Kinder erfahren an diesem Tag von der Bedeutung des Brotes als wichtigem Lebensmittel. Sie machen sich bewusst, wie viel Arbeit und Mühe aufgewendet werden muss, bis ein fertig gebackenes Brot vor ihnen liegt. Sie können dafür Dankbarkeit empfinden. Ziel ist, dass die Kinder verstehen, dass Jesus selber für uns Brot geworden ist. Dies fand beim darauffolgenden gemeinsamen Wochenende mit den Eltern und Geschwistern in Uder seinen Abschluss.

In diesem Jahr lief es etwas anders als in den vergangenen Jahren. Weil der ökumenische Weltgebetstag der Frauen (Herz Mariae | Erlöserkirche | Jungfernkopf) in den vorgesehenen Zeitraum der Veranstaltung fiel, wurde schnell beschlossen, dass die Erstkommunionkinder und auch andere Kinder und Jugendliche etwas beisteuern könnten zur festlichen Tafel, die am ersten Freitag im März vom Weltgebetstagsteam bereitet werden sollte.

So stellten die Kinder und Jugendlichen, dem Thema des Weltgebetstags entsprechend, eine typische Landesspeise desjenigen Landes her, das in diesem Jahr im Fokus stand: Slowenien. Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg, ein ausgewähltes Land ist immer beispielgebend, engagieren sich christliche Frauen an diesem Tag weltweit dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Auch dafür steht Brot.

Brot ist ein Zeichen der Gastfreundschaft Sloweniens zum Schmecken. Neben den traditionellen „Potica“, den Hefekuchen, die mit Mohn, Nüssen oder Estragon gefüllt werden, sind Lebkuchen-Herzen die zweite typische Landesspeise. Grund ist, dass Bienen, deren bunte Kästen im ganzen Land zu finden sind, die sogenannte Himmelsspeise Honig dafür bringen.

In Anlehnung an die beiden typischen slowenischen Landesspeisen, sowohl an Hefe- als auch an Lebkuchen, wurden herzförmige "Lebkuchenbrote" gebacken. Die Lebkuchen-Herstellung zählt zu den ältesten Handwerken in Slowenien. Um sie ranken sich viele liebenswerte Traditionen.

Riecht interessant...
mit Pfarrer Steinert
drei Jugendliche
mit Spaß dabei
 

Gedanken zum Brot

Dass wir täglich satt werden, ist nicht selbstverständlich; es bedarf der Arbeit vieler Menschen sowie guter äußerer Bedingungen wie das rechte Maß an Sonne und Regen. Mit den Kindern wird der Weg vom Korn zum Brot nachvollzogen. Die Erzählung vom Weizenkorn ist dabei hilfreich.

Doch Brot weist über sich hinaus. In Gemeinschaft Brot zu essen bedeutet nicht nur mit der eigenen Familie verbunden zu sein, sondern auch mit Menschen, die nichts zu essen haben. 

Brot hilft zu leben und bedeutet selbst Leben.

Über den Werdegang des Brotes können Kinder staunen und danken. In der Vorbereitung auf den Empfang der heiligen Kommunion wird der Bogen dahingehend gespannt, dass Jesus im Brot gegenwärtig ist. Genau dies ist das „Geheimnis des Glaubens“.

Wie die Kinder später anhand zweier berühmter Abendmahlsgemälde feststellen konnten: Die Jünger erfahren, dass sie in der Nähe Jesu „satt“ wurden und werden. Dies gilt auch für die nachfolgenden Jünger, die wir sind.

Denn Jesu Worte geben Hoffnung und Leben. Dafür steht Brot.

Die Entscheidung lebkuchenartige Brote zu backen, war zudem der Tatsache geschuldet, dass das Säuern des Brotes, das Gehen unter Zugabe von Hefe, bewusst (staunend) von den Kindern beobachtet werden sollte; denn Brotbacken unterliegt einem irreversiblen, chemischen Prozess der „Verwandlung“. Dem Hefeteig wurden nun allerlei Gewürze hinzugegeben, die für Lebkuchen typisch sind. Jedes Kind entschied individuell, welche, höchstens zwei bis drei. So enstand eine große Geschmacksvielfalt der Brotherzen.

Über einen geschichtlichen Abriss der Geschichte des Brotes, die ca. 10.000 Jahre vor Christi begann, kann man feststellen, wie ursächlich das Getreide, der Weizen, das Brot, dafür ist, was wir jetzt sind. Denn der Mensch kümmerte sich von da an um die Weizenpflanze und wurde dadurch sesshaft. Der Mensch musste nun in die Zukunft zu schauen, um gegebenenfalls Vorsorge zu treffen für schlechtere Zeiten.

Der Nachmittag endete mit einer Andacht in der Kirche Heilig Geist, die Pfarrer Markus Steinert hielt. Er hatte selbstverständlich mitgebacken und im Anschluss an die Andacht zusammen mit den Jugendlichen die Herzen mit rotem Zuckerguss bestrichen und kunstvoll verziert. 

Zwei der prallgefüllten, großen Körbe, überreichte Kommunionkind Manuel am folgenden Abend im Rahmen des Weltgebetstagsgottesdienstes; denn der Tisch wurde mit slowenischen Speisen und weiteren landestypischen Attributen gedeckt. Dies tat er stellvertretend für alle Erstkommunionkinder, zusammen mit den Jugendlichen Olivia und Julius. Die übrigen Erstkommunionkinder hatten bereits ihre Reise zum Erstkommunion-Familienwochenende angetreten. Auch die beiden Jugendlichen sollten noch am Abend nachreisen. Denn, gemeinsam mit Paula, hatten sie sich bereiterklärt, dort (sehr erfolgreich, wie sich erweisen sollte) die Geschwisterkind- und teilweise sogar die Elternbetreuung zu übernehmen.

Die Brotherzen wurden im Anschluss an den Weltgebetstagsgottesdienst in den Gemeindräumen der evangelischen Kirche am Jungfernkopf neben dem übrigen, reichhaltigen „slowenischen“ Buffet gemeinsam verspeist. Ihr Geschmack fand großen Anklang.

Prächtig!
 

Analog zu thematischen Fragestellungen in Uder an Eltern und Kinder, wie man beispielsweise merke, ob und dass Gott zu einem spreche, boten die herzförmigen Lebkuchenbrote einen hervorragenden Zugang: Gottes Nähe spüren durch Zweisamkeit, Gottes Antlitz im Anderen erkennen. Voraussetzung ist nämlich, so wurde es den Kindern klar, dass man sich dafür nicht nur selbst annimmt, sondern durch das Erkennen seiner eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten auch Gott erkennt. Die ursprünglichen slowenischen Herzen sind tiefrot und manchmal mit einem kleinen Spiegel versehen. Hineinsehen, bevor man „sein Herz“ gerne an Jemanden verschenkt und feststellen, dass Gott einem dabei über die Schulter sieht. Denn, so haben es die Kommunionkinder festgestellt: Der Himmel - und dort wohnt Gott - fängt direkt über der Erde an. Überall, wo Luft ist, ist Gott da.

Das Brot nimmt Form an.
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typische Lebkuchengewürze
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Unser Rezept
500g Mehl (Weizen, Typ 550, Typ 1000, Vollkorn oder Dinkel)
1/8 Liter Wasser (evtl. Milch)
1 Ei
1 Päckchen Hefe oder Trockenhefe
80 Gramm Butter

evtl. Honig
Prisen (jeweils 2 bis 3) Lebkuchengewürze: Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Macis, Muskat, Nelken, Piment oder Zimt

zum Verzieren: Zuckerguss mit Marmelade, Streu

Christine Striegel

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